Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 2010
an den Kinderbuchautor Jürgen Banscherus
Münster/Witten (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen
mit 12.800 Euro dotierten "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" in diesem Jahr an den
Wittener Jürgen Banscherus. Unter dem Vorsitz von LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch
hat eine zehnköpfige Jury diesen "Westfälischen Literaturpreis" dem Kinder- und Jugend-
buchautor zuerkannt. Der LWL verleiht seinen Literaturpreis seit 1953 alle zwei Jahre im
Wechsel mit dem "Konrad-von-Soest-Preis" (Kunst) oder dem "Hans-Werner-Henze-Preis"
(Musik).
Banscherus zählt zu den bekanntesten lebenden Kinder- und Jugendbuchautoren aus
Westfalen. Das zeigt die lange Liste von Auszeichnungen die er bekommen hat, die vom
Hansjörg-Martin-Preis über den Berliner Krimipreis EMIL und den Literaturpreis
Ruhrgebiet bis hin zum Preis der Leseratten des ZDF reicht.
Bekannt geworden ist Banscherus vor allem mit seiner Krimiserie "Kwiatkowski". In mittler-
weile über 20 Bänden hat er einen Helden geschaffen, in dem er den Typ des einsamen, zähen
Privatdetektivs parodiert. Banscherus' Bücher sind in 21 Sprachen erschienen - unter anderem
in Thailändisch, Türkisch, Hebräisch, Japanisch und in Blindenschrift.
"Jürgen Banscherus wird aufgrund seiner herausragenden Leistungen für die deutschsprachige
Kinder- und Jugendbuchliteratur mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.
In dieses Genre führte er eine Vielzahl neuer und anspruchsvoller Themen ein oder griff sie in
seinem umfangreichen Werk in ganz eigener Weise auf. Trotz häufig schwieriger Stoffe lässt seine
einfache und direkte Sprache dem jugendlichen Leser stets Raum für die eigene Phantasie", heißt
es in der Begründung der Jury. Immer wieder verleihe Banscherus seinen Geschichten auch mit
kindgerechtem Witz und Humor eine große Leichtigkeit. Nicht zuletzt deshalb habe er in der
ganzen Welt eine große Leserschaft gefunden, so die Jury weiter. Die Jury hat den LWL-Literatur-
preis an einen Kinder- und Jugendbuchautor verliehen, um deutlich zu machen, dass diese
literarische Sparte, "keinesfalls hinter anderen literarischen Leistungen hinterherhinkt. Denn
anspruchsvoll und einfallsreich für Kinder und Jugendliche zu schreiben, ist eine ganz eigene
literarische Kunst."
Banscherus ist am 13. März 1949 in Remscheid geborgen. Er studierte Geistes- und Sozial-
wissenschaften in Münster und Bonn. Er arbeitete zunächst als Journalist, wissenschaftlicher
Mitarbeiter in der Forschung und als Lehrer in der Erwachsenenbildung. 1983 veröffentlichte
er erste Lyrik, 1985 sein erstes Kinderbuch. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller. Der
verheiratete Vater zweier Kinder lebt seit Jahrzehnten in Witten.
Die Preisverleihung findet Ende des Jahres im Museum für Westfälische Literatur im Kulturgut
Haus Nottbeck in Oelde (Kreis Warendorf) statt.
→ Weitere Infos auf der Seite des LWL
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"Men in black" für Erstleser! Einen wirklich spannenden Roman hat Jürgen Banscherus
da für Kinder geschrieben, den ganz besonders Jungen schätzen werden. Denn genau die
stehen im Mittelpunkt des spannenden, abenteuerlichen und ein wenig unglaublichen
Geschehens, bei dem sich hin und wieder schon andeutet, dass hier nicht alles mit rechten
Dingen zugeht und irgendwie ein bisschen Fantasy oder Science fiction mit ins Spiel kommt
und kommen wird. Leider bricht der Roman an der spannendsten Stelle ab, als noch gar
nicht klar ist, worauf die Geschichte eigentlich hinausläuft, und der Leser kann nur ganz
schnell auf die Fortsetzung hoffen.
Dabei beginnt alles eigentlich ganz harmlos. In der Nacht vor den Sommerferien träumt Jojo
gerade, wie er in einer roten Badewanne durch die entlegenen Winkel der Milchstraße reist,
da wacht er unvermittelt auf und sieht einen Jungen, elf, zwölf Jahre alt, wie er sich mit nichts
dir nichts aufs Fensterbrett schwingt und sich im Dunkel des Zimmers niederlässt. Ein
schmutziger Junge, grau vom Staub, in einem viel zu großen T-Shirt und viel zu kurzen Jeans.
Jojo hat kaum Zeit zu erschrecken, und der Junge bittet ihn, keine Polizei zu holen. Irgendetwas
sagt Jojo, dass der Junge, der sich zögerlich als Jimmi vorstellt, dringend Hilfe braucht.
Da weiß er noch nicht, dass sein ganzes Leben sich ändern wird, und nicht nur seines!
Das ganze Leben von Jojo und seinen Freunden Murat und Mai Lyn steht Kopf. Jimmi, dem
sie den schönen Namen Nightwalker verpassen, weiß weder, wer er ist, noch woher er kommt
noch wohin er will. Er weiß nur eines: Kakamura ist hinter ihm her, und bald sind es zwei, die
Kakamura-Brüder (Klons?), unheimliche, gut gekleidete Herren in schwarzen Anzügen, die
keine Mühe scheuen ihn zu fangen und ihn erbarmungslos jagen. Durch einen Trick von Mai
Lyn gelingt Jimmi die Flucht und die Dreierbande kann die Herren dann auch noch austricksen
und in den Zug nach Amsterdam schicken, wo diese Jimmi vermuten (der aber einfach auf der
anderen Seite des Zuges ausgestiegen ist) und aufstöbern wollen. Aber schon sind die drei
Freunde mitten drin in einem unglaublichen Abenteuer, von dem sie nicht wissen, wohin es
sie führen wird. Wer ist Jimmi? Ein bisschen unheimlich ist er ja auch. Zum Beispiel hat er
sich in ein paar Minuten durch 136 Bücher gelesen und kann sie alle brillant nacherzählen.
Aber alles Spekulieren hilft nichts – sie müssen seinem Geheimnis auf die Spur kommen,
auch wenn die schwarzen Herren so gefährlich sind. Und sie nehmen die Spur auf, in dem
Wald, in dem Jimmi anscheinend sein Gedächtnis verlor …
Der spannende Beginn einer Serie um Jimmi Nightwalker, von der der Leser nicht weiß, wohin
sie ihn führen wird – ein Grund mehr, sich ganz auf das Lese-Abenteuer einzulassen …
→ Alliteratus 2010 zum Buch "Jimmi Nightwalker,
Das Rätsel der schwarzen Herren"
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"Mit einfachen Worten beschreibt Banscherus natürliche Abläufe beim Erwachsenwerden.
Er spart heikle Bereiche nicht aus, beobachtet sensibel und erzählt eine ebenso witzige wie
nachdenklich machende Geschichte. Männliche Jugendliche können sich wohl problemlos
mit dem Protagonisten identifizieren, Mädchen lernen vielleicht widersprüchlich scheinende
Handlungsweisen besser zu deuten."
→ Esslinger Zeitung 2006 zum Buch "Bis Sansibar und weiter"
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"Simon weiß nicht, wo ihm der Kopf steht. Das Schuljahr geht zuende, die Beziehung zu
seinem von der
Familie getrennten Vater ist auf dem Nullpunkt, das Basketballfinale naht,
und dann sind da noch die unberechenbaren Launen seiner neuen Freundin Nora. Doch all
diese Probleme scheinen plötzlich wie weggefegt, als der 14-Jährige den Fotografen Kapitza
tot auffindet. "Hat das etwas mit dieser neuen Sekte
zu
tun?", denkt Simon. Er wird neugierig
und spürt dem dubiosen Prediger Bernhard und dessen Thomas-Bruderschaft nach. Ein ge-
fährliches Unterfangen, wie Simon bald feststellen muss. Der Jugendkrimi-Spezialist Jürgen
Banscherus verknüpft hervorragend spannende Unterhaltung mit einem anspruchsvollen
Thema: Überzeugend schildert er, wie die Mechanismen von Sekten funktionieren,
wie sie ihre Anhänger blenden. Ab 12 Jahre."
→ Brigitte 2005 zum Buch "Die Warnung"
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"Sozialkritisch und mit ernstem Unterton, jedoch packend und glaubwürdig erzählt,
behandelt Banscherus ein Thema, mit dem viele Jugendliche konfrontiert werden - dem
Wunsch nach Anerkennung, der sie zu waghalsigen und riskanten Aktionen verleitet..."
→ Stiftung Lesen 2001 zum Buch "Asphaltroulette"
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"Im Stil der klassischen amerikanischen Detektivgeschichten verfasst Jürgen Banscherus
seine Bücher der Kwiatkowski-Reihe."
→ Hannover Kids 3/1999
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"Vielleicht kann das Buch einem misshandelten Kind helfen, den Bannkreis von Angst,
Schuld und Scham zu durchbrechen - sicherlich schärft es die Aufmerksamkeit des Lesers
für diese Problematik."
Lehren und Lernen 11/1998 zum Buch "Davids Versprechen"
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"Der Autor gibt einen Einblick in das Leben von Türken in Deutschland anhand von
konkreten Dingen des Alltags, welche die deutschen Jungen beeindrucken. Die Geschichte
ist spannend und voller Humor geschrieben. Weder der Türke und seine Geschichte noch
die Bande werden idealisiert."
Fremde Welten (Hrsg. von der → Erklärung von Bern) 1991 zum Buch "Keine Hosenträger für Oya"
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